Legionellen-Konzentration auf der Kläranlage Düren

Legionella pneumo¬phila

Erneut erhöhte Legionellen-Konzentration auf der Kläranlage Düren

Bereits im Juli 2017 waren erhöhte Konzentrationen an Legionellen im Ablauf der Kläranlage Düren festgestellt worden. Die seinerzeit vorliegenden Werte erreichten ein Niveau von 11.000 so genannten „Kolonie bildenden Einheiten“ (KBE) pro 100 ml, wodurch der Warnwert von 10.000 KBE/100 ml geringfügig überschritten wurde. Zum damaligen Zeitpunkt war dem Wasserverband Eifel-Rur (WVER) als Betreiber der Anlage durch die Überwachungsbehörde ein intensiviertes Messpro-gramm aufgelegt worden, um die weitere Entwicklung zu beobachten und Ursachenforschung zu betreiben. In der Folge stellte sich heraus, dass die Legionellenbelastung wieder signifikant zurückgegangen war; ein eindeutiger Verursacher konnte nicht festgestellt werden.
Im Laufe des Herbstes zeigten sich erneut stoßweise Anstiege der Belastung, die aber jeweils kurzfristig immer wieder bis unter die Unbedenklichkeitsgrenze zurückgingen. Im November wurden hingegen „Spitzenwerte“ von über 100.000 KBE/100 ml gemessen. Bis dato waren nur Legionellen-Stämme nachgewiesen worden, die bezogen auf mögliche Gesundheitsgefährdungen als wenig kritisch bewertet waren. Bei den

letzten Beprobungen wurde jedoch der Bakterienstamm Legionella pneumo¬phila nachgewiesen, der für die so genannte „Legionärskrankheit“, eine besondere Form der Lungenentzündung, verantwortlich ist.
Legionellen wurden auch um Unterlauf der Rur bis in die Ausleitung des Krauthausen-Jülicher Mühlenteichs aus dem Ablauf der Kläranlage in erhöhtem Maße nachgewiesen. Dort entnehmen diverse Unternehmen Wasser als Betriebs- und Kühlwasser.
Auch vor diesem Hintergrund wird der Verband kurzfristig Maßnahmen ergreifen, um den Austrag von Legionellen über den Ablauf seiner Kläranlage auf ein unkritisches Maß zu minimieren.
Eine Gefährdung der Öffentlichkeit besteht durch die erhöhten Legionellen-Konzentrationen nach übereinstimmender Einschätzung der Experten (u.a. auch des Kreisgesundheitsamtes Düren) nicht. Das Anlagen-personal ist bei Einhaltung der vorgegebenen Arbeitsschutzmaßnahmen keiner besonderen Gefahr ausgesetzt. Der Wasserverband Eifel-Rur hat jedoch beschlossen, bis auf Weiteres keinerlei Führungen auf der Kläranlage durchzuführen. Ebenso wurde die auf der Anlage ansässige Was¬ser-Schule zunächst auf die Kläranlage Eschweiler verlegt.
Der Verband wird weiterhin untersuchen, aus welchen Quellen die Legionellen stammen. Dies ist jedoch ein sehr zeitaufwändiges Unterfangen, das ggf. auch ergebnislos verläuft, zumal Legionellen unter den unterschiedlichsten Randbedingungen und über verschiedenste Eintragspfade in die Kanalisation gelangen können.
Fest steht, dass die Bakterien durch das vergleichsweise warme Abwasser auf dem Weg zur Kläranlage in der Kanalisation günstige Bedingungen vorfinden. Eine Besonderheit der Dürener Anlage ist eine ganzjährige Abwassertemperatur von über 20 Grad Celsius. Unter diesem Wert sind die Bakterien inaktiv und können sich nicht vermehren.
Der Wasserverband unternimmt alle Schritte in enger Abstimmung mit der Bezirksregierung Köln und dem Gesundheitsamt des Kreises Düren.

Original Content Presse/Öffentlichkeitsarbeit WVER
Wasserverband Eifel-Rur

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